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Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse

„Wenn du immer daran denkst, was die anderen tun, und dann immer tust, was die anderen tun, dann wirst du zum Schluss genauso wie die anderen und dann kannst du dich selber nicht mehr ausstehen. Verstehst du das, Konrad?“ – „Leider nein.“

von Christine Nöstlinger  für die Bühne bearbeitet von Simon Windisch

Familie wie 'nicht' bestellt – und trotzdem abgeholt. Es gibt ziemlich viele Regeln, an die sich Kinder, Eltern und überhaupt Familien aller Art zu halten haben, sei es beim Essen, Spielen, Fernsehen, Singen, Schlafen oder im Umgang mit Nachbarn, Mitschüler*innen, Postboten, Apothekern und und und. Der Frau Berti Bartolotti, die u. a. aufgrund ihrer ausgeprägten Bestellwut als „absonderlich“ gilt, waren Vorschriften aller Art eigentlich immer egal – bis sie eines Tages eine riesige Konservendose zugestellt bekommt, die ein (ihr!) Kind namens Konrad enthält. Nach anfänglicher Überraschung erklärt sie sich gern bereit, für die benötigte mütterliche „Aufsicht, Wartung und Zuneigung“ aufzukommen und siehe da, Konrad entpuppt sich als äußerst liebenswert: Er ist brav, gescheit, kann total gut aufräumen und unterstützt seine neue Mutter, wo er kann – vor allem, was all diese absonderlichen Regeln betrifft. Aber – wie kann das sein? Alles richtig zu machen ist auch nicht richtig?! Das behaupten zumindest die anderen Kinder, die für den (eigen-​)artigen Neuen nicht viel übrighaben („Bartolotti-​Trotti!“). Als zu allem Überfluss dann auch noch die Fabrikleitung das falsch gelieferte Instant-​Kind zurückfordert, ist klar: Konrad muss so schnell wie möglich zum perfekten Gegenteil von „brav“ werden …

Der renommierte Grazer Regisseur Simon Windisch bringt Christine Nöstlingers grandioses Kinderbuch mit so viel Liebe zu „absonderlichen“ Figuren und Situationen, viel Spaß am Regelneuerfinden, Chaos-​ und Musikmachen auf die Bühne, wie man es sich bei Familien(-​Stücken) aller Art nur wünschen (oder bestellen) würde.

*Special Thanks an Lena Hanetseder für die Schlager-​Spende.  

Inszenierung: Simon Windisch,
Ausstattung: Leonie Bramberger,
Musik: Robert Lepenik,
Kampf-​Choreographie: Martin Niederbrunner,
Dramaturgie: Dagmar Stehring,
"Die Erzähler von der Post": Michael Großschädl,
"Die Erzähler von der Post": Michael Postmann,
"Die Erzähler von der Post": Lisa Rothhardt,
Frau Bartolotti, eine Frau in den besten Jahren: Nadja Brachvogel,
Konrad, ein siebenjähriger Junge: Christoph Steiner,
Egon, ein Apotheker in den besten Jahren: Helmut Pucher,
Kitti, das Nachbarsmädchen: Simone Leski,
Regieassistenz: Johanna Ortner